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Internationale Vereinbarungen

Es gibt eine Reihe von Referenztexten und Instrumenten, mit denen Regierungen und internationale Organisationen ihre Erwartungen an multinationale Unternehmen formulieren und einen Rahmen für verantwortungsbewusstes Handeln abstecken. Diese sind oft direkt an Unternehmen gerichtet, wie zum Beispiel die dreigliedrige Erklärung der ILO, die OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen oder der Global Compact. In ihrer geschäftlichen Praxis dienen sie den Unternehmen als Orientierungsrahmen und helfen ihnen, gesellschaftliches Engagement zu entwickeln. Beispielsweise finden sie bei der Erstellung eigener Unternehmenskodizes Anwendung.

Unternehmen, die ihre Aktivitäten nicht explizit auf solchen Referenztexten aufbauen, vor allem kleinere und mittlere Unternehmen, tun dies häufig implizit, in dem sie durch ihr gesellschaftliches Engagement die grundsätzlichen Werte und Prinzipien dieser Orientierungsrahmen umsetzen und so zu deren Verbreitung beitragen. Mit der Orientierung an international anerkannten Leitlinien tragen die Unternehmen dazu bei, teilweise bestehende Befürchtungen und Vorbehalte gegen ihre Auslandsaktivitäten abzubauen und das Vertrauen zwischen ihnen und der Bevölkerung in den jeweiligen Ländern zu festigen. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung des Investitionsklimas in Transformations- und Entwicklungsländern.

Die Umsetzung solcher Leitlinien muss freiwillig bleiben, eine Verknüpfung mit Förderinstrumenten, wie z. B. Exportkreditversicherungen ist abzulehnen. Es muss gewährleistet sein, dass die Förderung der Anwendung von Leitlinien mit Augenmaß betrieben wird und bei der Behandlung von Problemfällen stets entsprechend den Grundsätzen der Verhältnismäßigkeit und Praxisorientiertheit verfahren wird. Ansonsten erzeugen Leitlinien für multinationale Unternehmen lediglich mehr Bürokratie ohne praktischen Nutzen im Vergleich zu internen Kodizes oder freiwilligen Selbstverpflichtungen. Vielmehr bleiben Wachstum, Wohlstand und Beschäftigung durch die Verabschiedung neuer, die Wettbewerbsfähigkeit erschwerende Leitlinien und die permanente Steigerung der Bürokratie auf der Strecke. Dies widerspricht der Vorstellung, dass die wirtschaftliche Entwicklung eine gleichwertige Säule der Nachhaltigkeit ist.