Akademische Qualitätssicherung

Mehr Transparenz muss selbstverständlich werden

Die Qualitätssicherung im Hochschulbereich ist ein unerlässlicher Baustein verantwortlicher Hochschulpolitik. Die Hochschulen müssen sie als zentrales eigenes Anliegen aufgreifen und ihr in Organisation und Management einen hohen Stellenwert einräumen.

Die akademische Qualitätssicherung hat für die Arbeitgeber insbesondere mit Blick auf die Fachkräftesicherung eine hohe Relevanz. Vertreterinnen und Vertreter der Berufspraxis engagieren sich daher auf allen Ebenen des Akkreditierungssystems: im Akkreditierungsrat, in den Kommissionen der Akkreditierungsagenturen und in den Gutachterteams der einzelnen Qualitätssicherungsverfahren. Mit ihrer Expertise tragen sie dazu bei, dass insbesondere das Kriterium der „Beschäftigungsfähigkeit / Berufsbefähigung“ in den Studiengängen und generell in den Hochschulprofilen verstärkt zum Tragen kommt.

Von der Qualitätssicherung zur Qualitätsentwicklung

Die Akkreditierung hat als Messlatte und Korrektiv eine wichtige Rolle bei der Umsetzung der Bologna-Reform gespielt. Die internationale Ausrichtung der Hochschulausbildung und die Notwendigkeit der internationalen Anerkennung von Studienabschlüssen machen es erforderlich, dass die Akkreditierung als europäisch angelegtes Qualitätssicherungsinstrument gestaltet wird
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Ziel der Weiterentwicklung des Akkreditierungssystems muss es aus Sicht der Wirtschaft sein, seine Stärken beizubehalten und es gleichzeitig auf neue Qualitätsanforderungen abzustimmen. Neben der Qualität der einzelnen Studiengänge wird vor allem die Qualität der hochschulinternen Prozesse im Bereich Lehre und Studium immer wichtiger. Ein von jeder Hochschule selbst entwickeltes umfassendes Qualitätsmanagementsystem erleichtert Profilierung, Zielgruppenorientierung und weitere Qualitätsverbesserungen und rechtfertigt das öffentliche Vertrauen in die Leistungsfähigkeit autonomer Hochschulen.

Aus diesem Grund unterstützt die Wirtschaft den Übergang von der Akkreditierung einzelner Studiengänge zur Akkreditierung des gesamten hochschulinternen Qualitätsmanagementsystems. Hochschulen können selbst wählen, ob sie ihre Studiengänge einzeln akkreditieren lassen (Programmakkreditierung) oder ob sie ihr System interner Qualitätssicherung in Studium und Lehre überprüfen lassen (Systemakkreditierung). Dabei unerlässlich: Auch bei den Peer-Reviews, die von systemakkreditierten Hochschulen selbst durchgeführt werden, müssen immer auch Vertreterinnen und Vertreter der Berufspraxis dabei sein.

Akkreditierungsdialog der Wirtschaft

Seit 2015 findet regelmäßig der von der BDA organisierte „Akkreditierungsdialog der Wirtschaft“ statt. Der Akkreditierungsdialog bietet eine Austauschplattform für Unternehmens- und Verbandsvertreterinnen und -vertreter, die sich im Akkreditierungsrat oder in den Kommissionen der Akkreditierungsagenturen engagieren. Er fördert die Vernetzung und den strategischen Austausch.

Neue Rechtsgrundlage seit dem 1.1.2018

Zum 1. Januar 2018 hat das Akkreditierungssystem in Deutschland eine neue Rechtsgrundlage bekommen. Dabei wurde die Rolle der Wissenschaft im System gestärkt und somit die zentrale Forderung des Beschlusses des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) von Februar 2016 umgesetzt. Im gemeinsamen Staatsvertrag haben sich die 16 Bundesländer zudem darauf verständigt, die Entscheidungsfunktion von den zehn fachlich unterschiedlich spezialisierten Akkreditierungsagenturen weg und zum Akkreditierungsrat hin zu verschieben. Aus Sicht der BDA war dies rechtlich unnötig und wird zu mehr Bürokratie sowie zu einer Verlängerung und Verteuerung von zukünftigen Verfahren führen. Der Akkreditierungsrat wird für die jährlich zwischen 1.000 und 1.600 zu entscheidenden Verfahren zum Nadelöhr. Dies gefährdet die Funktionsfähigkeit des Akkreditierungssystems insgesamt und könnte im schlimmsten Fall auch das Vertrauen in die Qualität des Hochschulstandorts Deutschland beschädigen.

Die Akkreditierungsagenturen sind nun angehalten, die Programm- und Systemakkreditierungen in der Praxis so zu gestalten, dass im Verfahren festgestellte Mängel von den Studiengängen bzw. Hochschulen bereits behoben werden, bevor das Verfahren dem Akkreditierungsrat zur finalen Entscheidung vorgelegt wird. Nur so kann gewährleistet bleiben, dass der Akkreditierungsrat arbeitsfähig bleibt.
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