MINT-Qualifikationen

Engpass bei MINT-Nachwuchs hemmt Wachstum und Innovationen

Der Wirtschaftsstandort Deutschland ist gefährdet durch den Mangel an Nachwuchs in den MINT-Qualifikationen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik). Der Engpass an naturwissenschaftlich-technisch qualifizierten Arbeitskräften ist ein strukturelles Problem, das als Wachstums- und Innovationsbremse hohe Wertschöpfungsverluste für die deutsche Volkswirtschaft verursacht.
MINT-Arbeitskräfte sind der Motor des Innovationsstandortes Deutschland. Die MINT-Arbeitskräftelücke (MINT-Akademiker, Technikerinnen und Meister, Facharbeiterinnen), die sich aus der Differenz der Vakanzen und der Arbeitslosigkeit im MINT-Segment berechnet, lag im Juli 2019 bei 297.300 Personen. Dies ist der zweithöchste Juli-Wert seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2011. Vor allem an nicht-akademischen Fachkräften mangelt es: In zwei von drei Fällen werden MINT-Fachkräfte mit einer beruflichen Qualifikation gesucht.



Gelingt es, die Potenziale von Älteren und Zuwanderern weiterhin zu aktivieren und die jüngsten Erfolge bei den Studienanfängerzahlen zu verstetigen, so dürften die Engpässe im akademischen Bereich in den nächsten Jahren beherrschbar sein. Dies ist auch ein Erfolg der vielen wirtschaftsseitigen Initiativen im MINT-Bereich. Besondere Herausforderungen bestehen hingegen bei den MINT-Fachkräften mit beruflichem Abschluss. Hier ist von einem Neuangebot auszugehen, dass nur zwei Drittel (aktuell) bis die Hälfte (im Jahr 2025) des demografischen Ersatzbedarfs deckt. Expansionsmöglichkeiten wie im akademischen Bereich sind nicht erkennbar. Darüber hinaus kann die Zuwanderung im beruflichen Segment kaum zur Fachkräftesicherung beitragen. Nähere Informationen sind im MINT-Frühjahrsreport 2019 zu finden.

MINT-Kompetenzen ausbauen

Die Forderungen der Wirtschaft sind klar: Alle Schülerinnen und Schüler sollen durchgehend bis zum Schulabschluss neben Mathematik zwei naturwissenschaftliche/technische Fächer bzw. Informatik belegen. Derzeit absolvieren lediglich 20 Prozent aller weiblichen Studierenden ein MINT-Studium. Ziel ist es, diesen Anteil auf 35 Prozent zu steigern. Gleichzeitig muss es gelingen, die extrem hohen Abbruchquoten von bis zu 50 Prozent in den universitären Bachelor-MINT-Studiengängen deutlich zu senken. Für zahlreiche Handlungsfelder haben wir den Beitrag der Wirtschaft zur Erreichung dieser Ziele formuliert. Insbesondere soll es gelingen, die Zahl der dualen MINT-Studiengänge und damit auch der Absolventen um 50 Prozent zu erhöhen.

MINT-Reporting liefert Zahlen und Fakten

Halbjährlich im Frühjahr sowie im Herbst legt das IW Köln im Auftrag von Gesamtmetall, BDA und der Initiative MINT Zukunft schaffen einen umfassenden Report zur zukünftigen MINT-Arbeitsmarktentwicklung sowie zur Entwicklung der Qualität und Quantität der MINT-Bildung in Schulen und Hochschulen vor. Damit misst die Wirtschaft einerseits die Wirksamkeit ihrer zahlreichen MINT-Aktivitäten und andererseits, ob in Politik, Schulen und Hochschulen die notwendigen Änderungsprozesse erfolgt sind und fruchten.

Nationales MINT Forum – Gemeinsam für bessere MINT-Bildung

Die BDA engagiert sich auch im Nationalen MINT Forum. Dort haben sich über 30 Institutionen zusammengeschlossen, die sich für die Förderung der Bildung in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik einsetzen (MINT-Bildung). Gegründet wurde der Zusammenschluss im Jahr 2012 auf Initiative von acatech - Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und der Initiative "MINT Zukunft schaffen" in enger Kooperation mit der BDA. Zu den Gründungsmitgliedern zählen zahlreiche Stiftungen, Wissenschaftseinrichtungen, Fachverbände, Hochschulallianzen und andere Initiativen. Diese verstehen MINT-Bildung als wesentlichen Bestandteil einer umfassenden Bildung. Sie stehen für die gesamte MINT-Bildungskette: von der frühkindlichen über die schulische und die außerschulische, die berufliche und die akademische Bildung bis zur Weiterbildung und zum lebenslangen Lernen.
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